0382 / 0374500

Unterhaltsbedarf bei hohem Einkommen des Ehegatten ist konkret zu bemessen

Das Oberlandesgericht Brandenburg, kurz OLG, hat mit Beschluss vom 12.11.2014 zum Az: 13 UF 237/13 entschieden, dass der Unterhaltsbedarf eines Ehegatten konkret zu bemessen ist. Im betreffenden Fall war das die ehelichen Lebensverhältnisse prägende monatliche Nettoeinkommen aus selbständiger Tätigkeit eines der Ehegatten außergewöhnlich hoch, nämlich es lag bei 10.000,00 €. In einem solchen Fall ist nach Ansicht des OLG nicht davon auszugehen, dass das Einkommen vollständig für den laufenden Unterhalt der Eheleute verbraucht wird. Daher ist der konkrete Bedarf unter Angabe der zugrunde liegenden Verbrauchspositionen hinreichend schätzbar darzutun. Den unterhaltsberechtigten Ehegatten kann, so das OLG, nach den Umständen des Einzelfalls auch in so einem Fall eine Erwerbsobliegenheit in der Trennungszeit treffen.