038203 / 74500

Verwalter muss Vermieter zeitnah über Mietrückstände informieren

Das Landgericht Berlin hat mit Urteil vom 24.04.2016 zum Az: 9 O 345/15 entschieden, dass ein Immobilienverwalter den Vermieter zügig über Mietrückstände zu informieren hat. Gegebenenfalls muss er das Mietverhältnis sogar kündigen. Andernfalls kann der Vermieter vom Verwalter Schadenersatz verlangen.

Seit Januar 2014 zahlte die betreffende Mieterin keine Mieter mehr. Erst im Februar 2015 kündigte der Verwalter den Mietvertrag wegen Zahlungsrückstandes fristlos. Die Mieterin gab die Wohnung wenige Tage später zurück. In der Folge wurde über das Vermögen der Mieterin das Insolvenzverfahren eröffnet.

Erst im November 2014 hatte der Vermieter von den Mietrückständen Kenntnis erlangt. Nach Ansicht des Vermieters hätte der Verwalter den Mietvertrag unverzüglich kündigen müssen, sowie die Voraussetzungen für eine Kündigung vorgelegen haben. Die Mieterin wäre dann wohl ebenso zügig ausgezogen. Zahlungsrückstände wären nicht in der Höhe aufgelaufen. Der Vermieter verlangt vom Verwalter Schadenersatz und hier die Erstattung der entgangenen Miete für Januar 2014 bis Februar 2015 sowie die gezahlte Verwaltervergütung.

Das Gericht hat entschieden, dass der Verwalter dem Vermieter Schadenersatz zu leisten hat, da er es unterließ, den Vermieter zeitnah über den Zahlungsverzug der Mieterin zu unterrichten und den Mietvertrag zu kündigen.

Für eine ordnungsgemäße Verwaltung genügt es nicht, den Mietrückstand nur anzumahnen. Der Verwalter hätte weitere Maßnahmen ergreifen müssen, nachdem die Mieterin nicht auf die erste Mahnung reagiert hat. Das Gericht nimmt ferner an, dass die Mieterin auch bei einer früheren Kündigung innerhalb weniger Tage ausgezogen wäre.

Als Schaden kann der Vermieter jedoch nur die entgangene Miete für den Zeitraum März 2014 bis Februar 2015 verlangen. Denn der Verwalter hätte das Mietverhältnis frühestens im Februar 2014, nachdem die Mieterin mit einem Betrag von mehr als einer Monatsmiete in Verzug war, kündigen können. Somit beginnt der Schaden erst im März 2014.

das Verwalterhonorar kann der Vermieter nicht zurück verlangen. Ist seitens des Verwalters Vertragserfüllung geschuldet, so gilt dies auch für den Vermieter.

Erstellt von: Caroline Brandt | Kategorie(n): Kauf- und Werkvertragsrecht