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Scheidung und Testament

Während der Ehe errichtet man oft ein gemeinsames Testament. Ein sogenanntes Berliner Testament. Was jedoch passiert während der Trennung und nach der Scheidung damit? Welche Folgen hat dann das Testament.

Und was passiert damit, wenn der Geschiedene wieder geheiratet hat und dann stirbt? Mit der Scheidung verliert ein gemeinschaftliches Testament grundsätzlich seine Wirkung. Dies ist in §§ 2268 Abs. 1, 2077 BGB festgelegt. Dazu reicht es schon, wenn der Testierende wirksam einen Scheidungsantrag gestellt hat und die übrigen Voraussetzungen für den Scheidungsbeschluss beim Tod des Testierenden vorliegen.

Ist das Trennungsjahr vorbei und hat der Testierende den Scheidungsantrag selbst gestellt oder dem seines Partners zugestimmt verliert das Testament seine Wirkung.

Sind jedoch gemeinsame Kinder im Testament berücksichtigt, kann es dazu führen, dass das Testament noch wirksam bleibt. Heiraten die Geschiedenen sich nochmal lebt das alte gemeinsame Testament nicht wieder auf. Nur wenn im Testament eindeutig festgelegt ist, dass es über die Scheidung hinaus fortgelten soll, ändert die Scheidung nichts an der Wirksamkeit.

Wer ein gemeinsames Testament errichtet, sollte im Testament klarstellen, ob er die Wirkung des Testamentes über die Scheidung hinaus will und wenn ja für welche Bereiche.

Zudem sollten die Testierenden bedenken, dass nach dem Tod des Mittestierenden eine Änderung des Testamentes nicht mehr möglich ist.

Eine Trennung sollte immer gut vorbereitet sein. Hierzu ist es angeraten einen mit dem Familienrecht vertrauten Anwalt vorher zu kontaktieren und sich ausführlich beraten zu lassen.

Erstellt von: baumann | Kategorie(n): Familienrecht