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Nur tatsächliche Reparaturkosten ersetzbar

Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 14.12.2010 zum AZ: VI ZR 231/09 entschieden, dass nur die tatsächlich angefallenen Reparaturkosten bei einem Verkehrsunfall verlangt werden können.

Im betreffenden Fall hatte ein Sachverständiger festgestellt, dass ein Geschädigter dann den Ersatz von Reparaturkosten verlangen kann, wenn es ihm entgegen der Einschätzung des vorgerichtlichen Sachverständigen gelingt, eine fachgerechte und den Vorgaben des Sachverständigen entsprechende Reparatur durchzuführen, wenn diese die Kosten des Widerbeschaffungswertes nicht übersteigt.

Die Klägerin hatte ihr Fahrzeug unter Verwendung von Gebrauchtteilen im Umfang des Wiederbeschaffungswertes repariert. Dies hat ihr die Beklagte auch ersetzt. Darüber hinaus begehrte die Klägerin weitere Nebenkosten für den Nutzungsausfall in Höhe von 720 EURO. Die Reparaturkosten betrugen etwas weniger als die Wiederbeschaffungskosten von 2200 EURO. Der Restwert des Fahrzeugs betrug 800 EURO. Der Sachverständige hatte die Reparaturkosten auf über 3700 EURO eingeschätzt.

Der Bundesgerichtshof führte aus, dass nur dann 130% des Wiederbeschaffungswertes vom Geschädigten verlangt werden können, wenn diese auch tatsächlich angefallen sind und dann auch nur im tatsächlich angefallenen Umfang. Dies war im vorliegenden Fall nicht so.

Erstellt von: baumann | Kategorie(n): Verkehrsrecht