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Zwangsversteigerung

In guten Zeiten weniger oft in schlechten öfter werden Immobilien zwangsversteigert. Manches Schnäppchen lässt sich dabei machen. Doch Vorsicht ist geboten.

Bereits das in der Akte beim Amtsgericht vorliegende Gutachten gibt erste Aufschlüsse über den Zustand der Immobilie. Ist sie vermietet? Wie ist ihr Zustand? Dem Gutachten läßt sich auch entnehmen, ob der Gutachter Zugang zum Objekt hatte oder nicht. Wenn nicht, weiß niemand wie es drinnen aussieht.

Wer jedoch ein Objekt ersteigert, ersteigert es ohne Gewährleistung. Gekauft wie besehen sozusagen. Daher empfiehlt es sich frühzeitig Einblick in das Gutachten zu nehmen, ebenso wie das Objekt, zumindest von außen, zu besichtigen. Ein Zutrittsrecht zum Objekt hat jedoch kein Bietinteressent. Wer selbst in Bausachen nicht so bewandert ist, sollte einen darin bewanderten sowohl das Gutachten als auch das Objekt in Augenschein nehmen lassen. Denn wenn erst ein Mal ein Gebot abgegeben wurde, kann der Bieter niemandem gegenüber Gewährleistungsansprüche geltend machen. Ob das Objekt nun Schimmelbefall oder andere Mängel aufweist. Gewährleistungsrechte gibt es bei Zwangsversteigerungsverfahren nicht.

Wer nun glaubt, er geht einfach in den Zwangsversteigerungstermin und bietet, der wird erfahren, dass dies nicht möglich ist. Zunächst ist für die sogenannte Bietsicherheit zu sorgen. Diese beträgt in der Regel 10% des Verkehrswertes. Selten verzichtet ein Gläubiger darauf, die Bietsicherheit zu fordern. Diese muss bei Abgabe des Gebotes dann vorliegen. Die Zeiten wo Bargeld das Wahre war sind schon lange vorbei. Die Bietsicherheit kann nur mittels Bank bestätigtem Scheck und zwar von einer deutschen Großbank und nicht älter als 3 Werktage oder per Überweisung vorab auf das vom Amtsgericht benannte Konto erfolgen. Bei den Schecks ist zu beachten, dass auch der Sonnabend als Werktag gilt!

Geboten werden kann immer nur persönlich unter Vorlage eines Ausweisdokumentes oder mittels notarieller Urkunde für einen Anderen. Soll für eine Firma geboten werden ist ein aktueller beglaubigter Handelsregisterauszug vorzulegen.

Neben dem Gebot fallen noch Zinsen bis zum Verteilungstermin in Höhe von 4 % auf den nicht bei Gericht eingezahlten Betrag an sowie Grunderwerbssteuer in Höhe von 3,5 % sowie die Zuschlagsgebühr und Kosten für die Grundbucheintragung.

Wenn Sie ein Objekt ersteigern möchten berät Sie Rechtsanwältin Caroline Brandt gerne. Seit Jahren vertritt Sie sowohl Gläubigerinteressen bei der Zwangsversteigerung als auch Bieterinteressen bei der Ersteigerung.

Wenn Sie an einem Zwangsversteigerungsobjekt interessiert sind, so finden Sie hier aktuelle Termine – www.zwangsversteigerung.de.

Erstellt von: Caroline Brandt | Kategorie(n): Sonstiges