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Versicherungsschaden muss unverzüglich gemeldet werden

Das Amtsgericht München hat mit Urteil vom 23.03.2010 zum Az: 244 C 26368/09 entschieden, dass ein Versicherungsnehmer auch schon vor Erhalt des Versicherungsscheines einen Versicherungsschaden unverzüglich melden muss.

Im betreffenden Fall hatten die Versicherungsnehmer einen Antrag auf Abschluss einer Wohngebäudeversicherung im November 2007 gestellt. Den Versicherungsschein erhielten sie im Januar 2008. Im Dezember 2007 kam es zu einem Wasserschaden bei den Versicherungsnehmern. diesen ließen sie unverzüglich im Umfang von 3.700 EURO reparieren.

Nach Erhalt des Versicherungsscheines, als der Wasserschaden schon repariert war, beantragten die Versicherungsnehmer Kostenerstattung von der Versicherung für diesen Schaden. Die Versicherung lehnte die Kostenübernahme ab. Sie begründeten dies damit, dass eine Meldung über den Schaden 6 Wochen nach Schadenseintritt zu spät sei. Dadurch hätten sie keine Möglichkeit gehabt, den Schaden begutachten zu lassen, um festzustellen, ob es sich um einen von der Versicherung gedeckten Schaden oder schon einen vor Versicherung vorhandenen Schaden handelt.

Die von den Versicherungsnehmern daraufhin erhobene Klage wurde abgewiesen. Das Gericht begründete dies damit, dass gemäß § 8 des Versicherungsvertrages Versicherungsnehmer verpflichtet sind einen Schaden dem Versicherungsunternehmen unverzüglich anzuzeigen. Dies kann auch mündlich oder telefonisch erfolgen. Andernfalls könne das Versicherungsunternehmen nicht feststellen, ob es sich um einen versicherten Schaden handelt oder nicht. Verstoßen die Versicherungsnehmer gegen diese Pflichten muss das Versicherungsunternehmen nicht zahlen.

Diese Pflicht besteht bereits ab Antragstellung und auch vor Erhalt des Versicherungsscheines.

Erstellt von: baumann | Kategorie(n): Sonstiges