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Tätowierung verstößt gegen Tierschutz

Das Verwaltungsgericht Münster hat mit Beschluss vom 03.10.2010 zum AZ: 1 L 481/10 entschieden, dass die Tätowierung eines Ponys, die nur zu einer Verschönerung dienen soll, aus tierschutzrechtlichen Gründen nicht zulässig ist.

Ob und in welchem Umfang ein warmblütiges Wirbeltier tätowiert wird unterliegt dem Tierschutz. Dient die Tätowierung nicht ausschließlich der Identifikation, sondern der Verschönerung, so ist sie tierschutzwidrig. Denn mit der Tätowierung werden dem Tier Schmerzen zugefügt, ohne dass es dafür einen sachlich rechtfertigenden Grund gibt.

Anders als beim Mensch, der sich der Verschönerung freiwillig unterzieht, ist das Tier dem Willen seines Halters unterworfen. Der Mensch kann die Tätowierung jederzeit unterbrechen bzw. abbrechen. Das Tier kann dies nicht. Das Tierschutzinteresse überwiegt hier. Die Tätowierung ist tierschutzwidrig und war daher zu untersagen.

Erstellt von: baumann | Kategorie(n): Sonstiges