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Tischreservierung und die Folgen

Wer kennt das nicht? Man hat mal wieder Lust Essen zu gehen. In einem guten Restaurant muss allerdings reserviert werden. Was gilt jedoch, wenn dies nicht klappt? Sei es, weil einem selbst etwas dazwischen gekommen ist oder dem Wirt. Wer kann Ansprüche gegen wen geltend machen?

Viele gehen davon aus, dass eine Tischreservierung unverbindlich ist und zum Service des Restaurants gehört. Zumal sie ja auch bei Stornierung oft folgenlos bleibt. Bedenken Sie aber bitte, dass der Wirt bei telefonischen Reservierungen meist nur den Namen des Reservierenden kennt, nicht jedoch seine Adresse. Und bedenken Sie bitte, dass der Wirt den reservierten Tisch eventuell besonders eindeckt, z.B. auf Ihren Wunsch hin. Dort nämlich fängt es an schwierig zu werden für Sie. Haben Sie für einen bestimmten Anlass reserviert? Z.B. Hochzeitstag, Trauergesellschaft usw. besprechen Sie mit dem Wirt neben Anzahl der Gäste auch die Art des Essens und den Preis. Dann hat der Wirt Ihnen gegenüber einen Anspruch auf den vereinbarten Preis. Selbstverständlich abzüglich seiner ersparten Aufwendungen.

Haben Sie mit dem Wirt nur die Anzahl der Personen und die Zeit besprochen, stellt sich die Frage, welchen Anspruch der Wirt Ihnen gegenüber hat. Denn juristisch gesehen dient diese Reservierung nur der Anbahnung eines Bewirtungsvertrages. Dessen Bedingungen sind noch auszuhandeln und ob er zustande kommt, ist auch noch nicht sicher. Dies entschied das Landgericht Kiel so mit Urteil vom 22.01.1998 zum AZ: 8 S 160/97. Denn die Art und die Menge der zu konsumierenden Getränke und Speisen steht noch nicht fest und ist unbestimmt. Eine Reservierung ist im Übrigen auch kein Vorvertrag, der einen zum Abschluss des Bewirtungsvertrages verpflichtet.

Der Wirt hat Ihnen gegenüber jedoch einen Anspruch auf Ersatz des Vertrauensschadens. Er hat jedoch keinen Anspruch auf Erfüllung. Der Vertrauensschaden umfasst z.B. Kosten für Tischschmuck, geordertes Essen oder zusätzliches Personal. Entgangener Gewinn kann er nur fordern, wenn er nachweislich den reservierten Tisch anderweitig hätte vergeben können.

Wichtig zu wissen ist übrigens, dass ein Gast auch bei einer Reservierung nicht verpflichtet ist, eine bestimmte Speise zu bestellen, so das Amtsgericht Siegburg, Urteil vom 30.11.1990 zum AZ: 6 C 464/90.

Aber auch der Gast hat bei Nichteinhaltung der Reservierung durch den Wirt diesem gegenüber Ansprüche. Dies sind z.B. Ansprüche auf Ersatz der entstandenen Fahrtkosten und mögliche Mehrkosten in einem anderen gleichwertigen Restaurant.

Erstellt von: Caroline Brandt | Kategorie(n): Sonstiges