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Umgangskosten nur ausnahmsweise abziehbar

Bei Kindesunterhalt gilt der Grundsatz, dass der Umgangsberechtigte die Kosten des Umgangs nicht von seinem Einkommen, nach dem sich die Höhe des Unterhalts bemisst, absetzen kann. Für die Kosten des Umgangs hat er den auf ihn entfallenden Kindergeldanteil einzusetzen.

Das Oberlandesgericht Thüringens hatte einen Fall zu entscheiden, bei dem ein Vater von 4 Kindern von seinem Einkommen die Kosten des Unterhalts abgezogen hatte. Hinzu kam, dass er nur über ein Nettoeinkommen von 1.496 EURO verfügt und damit bei 4 unterhaltsberechtigten Kindern ein Mangelfall vorlag. Aufgrund des Mangelfalls entfiel kein Kindergeldanteil auf den unterhaltsverpflichteten Vater.

Des Weiteren war die Mutter der Kindern 360 km weggezogen und hatte somit die Kosten des Umgangs für den Vater erhöht.

Das Oberlandesgericht Thüringen entschied, dass in diesem Fall die Umgangskosten in Höhe von ca. 200 EURO monatlich vom unterhaltsverpflichteten Vater von seinem Nettoeinkommen abziehbar sind.

ThürOLG Urteil vom 25.05.2010, AZ: 1 UF 19/10

Erstellt von: baumann | Kategorie(n): Familienrecht