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800fach überhöhter Einheitspreis für Baumaterial in Bauvertrag ist sittenwidrig

BGH: Ein Bauunternehmer, der in einem Bauvertrag einen spekulativ überhöhten Einheitspreis bei Mengenmehrungen vereinbart, handelt dann sittenwidrig, wenn der Einheitspreis den Durchschnittspreis des jeweiligen Baumaterials um das 800fache überschreitet. Dies hat der Siebte Zivilsenat des Bundesgerichtshofs entschieden. Der Bauunternehmer könne die Vermutung eines sittlich verwerflichen Gewinnstrebens widerlegen – allerdings nicht allein durch die Behauptung, dass im Baugewerbe üblicherweise so genannte Spekulationspreise eingesetzt würden, wenn für den Auftragnehmer die Erwartung bestehe, dass die in der Ausschreibung geschätzten Mengen in Wahrheit deutlich höher sind (Urteil vom 18.12.2008; Az.: VII ZR 201/06).

Erstellt von: Caroline Brandt | Kategorie(n): Sonstiges